PRESSEMITTEILUNG
Funkstille an Weihnachten, Feuerwerk im Herbst: Wann Deutschlands Pressemitteilungen rausgehen
Twenty-Eight analysiert 28.716 Pressemitteilungen und untersucht, an welchen Feier- und Werktagen die meisten Pressemitteilungen versendet werden
Der erste Weihnachtsfeiertag ist der kommunikativ schwächste Tag, am 01. Oktober werden die meisten Meldungen veröffentlicht
Saisonale Muster: Stärkste Monate sind September und November, schwächster Monat ist der August
Jeder Kommunikator kennt sie, die ungeschriebenen Regeln des PM-Versands. An Feiertagen wird nicht kommuniziert, da liest niemand, da reagiert niemand – soweit die Theorie. Aber stimmt das überhaupt? Die PR-Agentur Twenty-Eight hat den Check gemacht und untersucht, wann tatsächlich die meisten Pressemitteilungen verschickt werden. Grundlage der Analyse sind 28.716 Meldungen, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate über das Presseportal erschienen sind.
An Weihnachten herrscht Sendepause
Im vergangenen Jahr wurden im Durchschnitt täglich rund 79 Pressemitteilungen veröffentlicht, insgesamt 28.716 im Auswertungszeitraum. Erwartungsgemäß herrscht an Feiertagen vergleichsweise Ruhe. Über alle neun bundesweiten Feiertage hinweg wurden im Schnitt nur ca. 18 Pressemitteilungen versendet. Besonders groß ist die Zurückhaltung rund um Weihnachten. Der zweite Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) landet mit 13 Meldungen auf dem vorletzten Platz der Feiertage, an denen am wenigsten veröffentlicht wird. Den Negativrekord hält jedoch der erste Weihnachtsfeiertag (25. Dezember): Mit nur drei versendeten Pressemitteilungen ist er nicht nur der kommunikationsärmste Feiertag, sondern auch der Tag mit den wenigsten Meldungen im gesamten Jahr. Ebenso wenig wurde an zwei weiteren Tagen im Jahr publiziert. Am 25. Oktober und am 20. April wurden auch jeweils nur drei Pressemitteilungen veröffentlicht.
Etwas lauter wurde es am 1. Mai 2025: Mit 29 Meldungen ist der Tag der Arbeit der kommunikativ aktivste Feiertag in Deutschland, der dennoch über 50 Prozent unter dem Tagesdurchschnitt zurückbleibt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Christi Himmelfahrt am 29. Mai mit 25 und Pfingstmontag am 9. Juni mit 21 veröffentlichten Pressemitteilungen. Den absoluten Spitzenplatz des Jahres belegt im Vergleich aller Tage hingegen der 1. Oktober mit 162 veröffentlichten Pressemitteilungen.
Donnerstags um 10 Uhr werden die meisten Pressemitteilungen verschickt
Auch abseits der Feiertage lassen sich klare Muster im Versandverhalten erkennen. So wurden mehr als die Hälfte aller Pressemitteilungen (56,34 Prozent) am Vormittag zwischen 8 und 12 Uhr verschickt. Damit entstehen klare Stoßzeiten, in denen Kommunikation um Sichtbarkeit konkurriert. Bei der Wahl des Wochentags gibt es ebenfalls klare Tendenzen. So wurden ca. 22 Prozent der Pressemitteilungen am Donnerstag verschickt, dicht gefolgt von Dienstag (21 Prozent) und Mittwoch (20 Prozent). Montags (18 Prozent) und freitags (15 Prozent) hingegen nimmt die Aktivität ab. Ein sehr kleiner prozentualer Anteil der Pressemitteilungen wurde sogar am Wochenende versendet (5 Prozent), davon der größere Anteil sonntags (3 Prozent).
Saisonal werden nur leichte Ausschläge deutlich. Die meisten Pressemitteilungen wurden im September (9,86 Prozent) und November (9,23 Prozent) veröffentlicht, gefolgt vom März (8,93 Prozent). Mit lediglich 6,73 Prozent Veröffentlichungen war der August der kommunikativ schwächste Monat des Jahres – ein erwartbarer Effekt der Sommerpause und des daraus resultierenden „Sommerlochs“. Zusätzlich zeigten einzelne Monate themengetriebene Spitzen. So nahmen beispielsweise die Pressemitteilungen mit sportlichem Bezug im August spürbar zu, was unter anderem auf den Beginn der Fußball-Bundesliga zurückzuführen ist. Die politische Kommunikation stieg dagegen im Februar deutlich an, was sich durch die Neuwahlen am 23. Februar erklären lässt.
„Der klassische PR-Knigge mit seinen bewährten Stoßzeiten hat seinen Ursprung natürlich in der Erreichbarkeit der Medien. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, in denen außerhalb dieser üblichen Zeitfenster kommuniziert werden sollte, weil es sich inhaltlich anbietet“, sagt Lukas von Zittwitz, Gründer und Geschäftsführer von Twenty-Eight. „Unserer Erfahrung nach können Mitteilungen auch an Feiertagen oder Wochenenden hohe Wellen schlagen. Denn am Ende entscheidet nicht allein der Zeitpunkt, sondern vor allem die Botschaft. Relevante Inhalte setzen sich durch, egal ob um 10 Uhr am Donnerstag oder am Samstagnachmittag.“
Über die Untersuchung
Für den Vergleich wurden insgesamt 26.682 Pressemitteilungen auf dem Presseportal berücksichtigt, die zwischen dem 1.11.2024 und dem 31.10.2025 veröffentlicht wurden. Daraufhin wurden die Tags sowie die Branchen der Mitteilungen auf verschiedene Feier- und Jahrestage sowie auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung hin untersucht.
