Wenig Hype um das Jugendwort 2025: Interesse im Netz nicht so crazy wie gedacht
Kommunikationsagentur Twenty-Eight untersucht, welches der zehn nominierten Jugendwörter 2025 am stärksten im Netz gefragt ist
Offizielles Jugendwort „das crazy“ wird am seltensten gegoogelt, „goonen“ und „sybau“ am häufigsten
Im Vergleich der 20 größten Städte Deutschlands zeigen Menschen in Frankfurt, Wuppertal und Duisburg besonders hohes Interesse an den Jugendwortbedeutungen
Jugendwörter sind für Außenstehende in der Regel unverständlich. Die Suche nach ihrer Bedeutung führt fast unweigerlich ins Netz. Die Berliner PR-Agentur Twenty-Eight hat daher aktuell untersucht, welche der zehn nominierten Jugendwörter 2025 die Menschen besonders beschäftigen. Dafür analysierte das Unternehmen das Google-Suchvolumen der Begriffe wie „das crazy“ in Verbindung mit „was bedeutet“ oder „Jugendwort Bedeutung“.
Nach diesen Jugendwörtern wird am häufigsten gegoogelt
Obwohl „das crazy“ am 18. Oktober offiziell zum Jugendwort des Jahres gekürt wurde, dominieren die Kontrahenten deutlich das Netz: An der Spitze steht der Slang-Ausdruck „goonen“, nach dessen Bedeutung bundesweit am häufigsten gegoogelt wird. 22.680 Mal haben deutsche Google-User nach einer Erklärung für den Ausdruck gesucht. Knapp dahinter folgt „sybau“ mit 19.100 Suchanfragen, während „tuff“ (8.500) und „schere“ (8.000) mit etwas Abstand auf den darauffolgenden Plätzen landen.
Dem Namen zum Trotz scheint das Jugendwort des Jahres 2025 wenig crazy zu sein, zumindest, wenn es um das Suchinteresse geht. Nach der Bedeutung von „das crazy“ wurde bundesweit am seltensten gesucht: Gerade einmal 90 Mal wollten Nutzer wissen, was hinter dem Ausdruck steckt. Auch „checkst du“ ruft mit 100 Suchanfragen nur verhaltene Neugier hervor. Etwas größer, wenn auch noch deutlich unter dem Durchschnitt von 6.872 Suchanfragen pro Monat, ist das Interesse an den Begriffen „tot“ (650 Suchanfragen), „rede“ (780 Suchanfragen) und „digga“ (2.420 Suchanfragen).
Diese Städte interessieren sich am meisten für die Jugendwörter 2025
Vor allem in Frankfurt ist das Interesse an den Wortbedeutungen der Jugendwörter hoch. Im Schnitt entfallen dort 66,5 Suchen nach einem der zehn nominierten Begriffe (Platz eins) auf 100.000 Google-Nutzer. Am häufigsten werden die Bedeutungen von „sybau“, „goonen“, „schere“ und „lowkey“ recherchiert, offenbar Begriffe, die den Frankfurtern weniger geläufig sind. Ein ähnlich hohes Suchvolumen zeigt sich in Wuppertal mit 56,3 Suchanfragen je 100.000 Google-Nutzern (Platz zwei), sowie in Duisburg mit 51,9 (Platz drei). Auch die drei B-Städte Bonn (50,3, Platz vier), Bochum (43,3, Platz fünf) und Bremen (42,6, Platz sechs) verzeichnen überdurchschnittlich viele Suchanfragen zu den zehn Jugendwörtern.
Das geringste Interesse an den Jugendwörtern zeigen die Google-Nutzer der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens (Platz 20). Mit 13 Suchanfragen je 100.000 Nutzern wird in Düsseldorf am seltensten nach den hippen Begriffen gegoogelt. Auch in Mannheim (Platz 19) und Stuttgart (Platz 18) bleibt die Nachfrage mit 13,2 bzw. 18 Suchanfragen je 100.000 Nutzern überschaubar.
Ebenso liegen die deutschen Millionenstädte im Ranking allesamt im unteren Bereich: Hamburg auf Platz zwölf (26,4), Berlin auf Platz 13 (26,2), München auf Platz 15 (23) und Köln auf Platz 17 (20,4). Hier scheinen Jugendwörter bereits geläufiger zu sein, sodass die Nachfrage nach deren Bedeutungen im Netz deutlich geringer ist.
Lukas von Zittwitz, Gründer und Geschäftsführer von Twenty-Eight, kommentiert die Ergebnisse:
„Jugendwörter sind per Definition unverständlich und sollen es auch sein – selbst wenn sie zu Sprachbarrieren innerhalb der eigenen Muttersprache führen. Der Erklärungsbedarf variiert je nach Slangwort jedoch stark, wie das Online-Suchverhalten der Deutschen zeigt. Während Begriffe wie ‚das crazy‘ oder ‚digga‘ scheinbar selbsterklärend sind, werfen Anglizismen und Abkürzungen wie ‚goonen‘ oder ‚sybau‘ bei den meisten Menschen größere Fragen auf. Unsere Analyse verdeutlicht somit nicht nur sprachliche Trends, sondern vor allem auch, wo ein echter Gesprächs- und Aufklärungsbedarf besteht. Persönlich musste ich aber auch ‚das crazy‘ erst einmal googeln.“
Über die Untersuchung
Für den Vergleich wurden die durchschnittlichen Suchanfragen des letzten Monats vor der Jugendwort-Umfrage (August 2025) bundesweit und in den 20 größten deutschen Städten ermittelt. Dabei wurde das Suchvolumen für die Begriffe „goonen“, „sybau“, „tuff“ „schere“, „lowkey“, „digga“, „rede“, „tot“, „checkst du“ und „das crazy“ in Kombination mit „was bedeutet“ und „jugendwort bedeutung“ berücksichtigt. Das jeweilige Suchvolumen wurde anschließend ins Verhältnis zur Anzahl der Google-Nutzer in der jeweiligen Stadt gesetzt, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Bei Frankfurt am Main wurden die einzelnen Bezirke (Kalbach-Riedberg, Bornheim/Ostend, Frankfurt am Main Nord-Ost, Frankfurt-Mitte-Nord, Frankfurt-Mitte-West, Frankfurt-Ost, Frankfurt-Süd, Innenstadt I, Innenstadt II & Innenstadt III) bei der Google-Suche herangezogen statt der gesamten Stadtregion (Stand der Erhebung: 20. Oktober 2025).
